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Kitty Fountain von Tom Sachs

Im Rahmen der Berlin Art Week weiht das PalaisPopulaire am 15. September 2021 eine neue temporäre Außenskulptur auf dem Vorplatz des Hauses ein. Tom Sachs’ drei Meter hohe, in Bronze gegossene Kitty Fountain entstand 2008. Sie war ursprünglich Teil des monumentalen Skulpturenensembles Bronze Collection. Diese Gruppe von Brunnenskulpturen wurde 2008 in den Noguchi Gardens des New Yorker Lever House installiert und im selben Jahr im Rahmen einer Ausstellung auf dem Place du Trocadéro mit Blick auf den Pariser Eifelturm gezeigt. 
Für das Ensemble vereinte Sachs die ikonischen Kinderfiguren „Hello Kitty“ und „My Melody“, die beide von der japanischen Firma Sanrio 1974 auf den Markt gebracht wurden, mit „Miffy“, einem kleinen Kaninchen, das der niederländische Autor und Grafikdesigner Dick Bruna 1955 entworfen hatte. Alle drei Charaktere werden als Merchandising-Produkte massenhaft vermarktet und zeichnen sich durch eine grafische und starke Stilisierung aus, was dem Gedanken einer detailliert ausgearbeiteten, klassischen Skulptur widerspricht. „Kitty Fountain wurde als reine Merchandising- und Lizenzfigur erfunden“, äußerte Sachs 2008. „Sie dann in einem ‚edlen‘ Material wie Bronze nachzubilden, bringt sie, denke ich, genau auf den Punkt.“

Courtesy Galerie Thaddaeus Ropac, London · Paris · Salzburg · Seoul 

© Tom Sachs

Berlin Art Week 2021

10 Jahre Berlin Art Week, ein Grund sich auf den Herbst zu freuen. Vom 15. – 19. September findet diese statt! Eine Vielzahl von Akteur*innen der zeitgenössischen Kunstszene präsentieren neue Ausstellungen, Artist-Talks und Workshops in ganz Berlin. Neu ist dieses Jahr, dass die Gallery Weekend *Discoveries parallel stattfindet. Die teilnehmenden Galerien legen den Schwerpunkt auf junge und unbekannte künstlerische Positionen. Das PalaisPopulaire ist auch dabei und eröffnet die neue Ausstellung mit den Deutsche Bank „Artists of the Year“, drei Künstler*innen, die sich mit mit der Conditio Humana beschäftigen und ein radikales Um- und Neudenken einfordern.

Abstrakte Kunst im öffentlichen Raum – Claudia Wieser debütiert in New York

Die in Berlin lebende Künstlerin Claudia Wieser debütierte am 29. Juli mit ihrer Installation Rehearsal im öffentlichen Raum. Mit fünf Skulpturen unterschiedlicher Größe, die mit handbemalten glasierten Kacheln, mit Fotografien von New York City sowie Motive aus der römischen und griechischen Antike und hochglanzpoliertem Edelstahl verkleidet sind, bietet Rehearsal den Parkbesucher*innen ein faszinierendes Erlebnis. Die Skulpturengruppe befindet sich an der ikonischen Ende der Washington Street, mit Blick auf die Manhattan Bridge und das Empire State Building. Im Zusammenspiel mit der umgebenden Architektur und der natürlichen Landschaft des Brooklyn Bridge Park unterstreicht Rehearsal die Dynamik der Stadt und ihrer Menschen.

Die Künstlerin entwarf dieses Jahr auch für das PalaisPopulaire eine Installation. In the Round besteht aus zwei Skulpturen, einem Spiegelrelief und einer Fotocollage und markiert den Anfang der Ways of Seeing Abstraction Ausstellung.

MUSEUMSSONTAG in Berlin

Ab dem 4. Juli laden rund 60 Berliner Häuser an jedem ersten Sonntag im Monat zum kostenlosen Besuch ein und bieten ein vielfältiges Programm. Das PalaisPopulaire ist auch dabei. Der Museumssonntag ist eine Initiative der Senatsverwaltung für Kultur und Europa in Kooperation mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem Landesverband der Museen zu Berlin. Es soll allen Berliner*innen ermöglicht werden, die Museen ihrer Stadt zu besuchen. Ziel ist die Stärkung kultureller Teilhabe und die Öffnung der Kultureinrichtungen für die ganze Gesellschaft.

Nähere Informationen zu den teilnehmenden Häusern und zum Programm unter www.museumssonntag.berlin.

Neues Tastmodell vor dem PalaisPopulaire

Seit dem 21. Juni 2021 steht ein neues Tastmodell vor dem PalaisPopulaire, welches das historische Quartier rund um die Straße Unter den Linden 5 anhand eines Bronzemodells erlebbar werden lässt. Vor allem blinden und sehbehinderten Menschen, aber auch für sehenden Gästen bietet das Tastmodell die Möglichkeit, die wichtigsten historischen Gebäude im Umfeld des PalaisPopulaire zu erkunden. Das von dem Künstler Egbert Broerken angefertigte Modell ergänzt geographisch das Bronzemodell an der Museumsinsel. Es erstreckt sich von der Spree bis zur Charlottenstraße in der Ost-West-Achse und von der Dorotheenstraße bis Hinter der Katholischen Kirche in der Nord-Süd-Ausrichtung. Neben dem PalaisPopulaire bildet das Tastmodell berühmte Gebäude als Umrisse ab. Dazu gehört etwa die Staatsoper, die Humboldt Universität und die Neue Wache. Zusätzlich werden die wichtigsten Bauwerke und Straßen in Druck- sowie Braille-Schrift beschrieben.

Terrassengespräche: Die Stiftung Buchkunst und das PalaisPopulaire starten Open-Air-Lesereihe

Bücher sind ein sinnliches Erlebnis. Dazu gehören nicht nur der Text, sondern auch die Gestaltung, die Haptik, das Papier, die Verarbeitung. Seit 1966 begleitet die in Frankfurt am Main und Leipzig ansässige Stiftung Buchkunst aufmerksam die deutsche Buchproduktion und zeichnet jährlich die 25 schönsten Bücher aus – in fünf Kategorien, von Literatur und Kinderbüchern über wissenschaftliche Publikationen bis hin zu Kunstkatalogen. Und nun kommt die Buchkunst nach Berlin. In drei „Terrassengesprächen“, die jeweils am letzten Sonntag im Juni, Juli und August stattfinden, verbinden sich Lesungen und Einführungen rund um Buchgestaltung.

Den Auftakt der Zusammenarbeit macht eine Veranstaltung mit dem Autor Daniel Boente, der am 27. Juni aus Karen Köhlers Roman „Miroloi“ liest, einem Buch, das 2020 von der Stiftung Buchkunst ausgezeichnet wurde. Die beiden folgenden Veranstaltungen im Juli und August präsentieren Lesungen aus zwei frisch gekürten Preisträgerbüchern von 2021 – und Gespräche mit Juror*innen und ausgezeichneten Designer*innen. Begleitend lädt auch der ShopPopulaire im PalaisPopulaire mit einer Auswahl der „Schönsten Deutschen Bücher“ zum Stöbern und Eintauchen in die Thematik der Buchgestaltung ein.

Foto: © SCHMOTT für Stiftung Buchkunst

New Yorker Frieze startet im neuen Format

Seit Ende März 2020 ging wegen der Corona-Krise auch in New York nichts mehr. Nun wagt die von der Deutschen Bank als Global Lead Partner unterstützte Frieze Art Fair vom 5. bis zum 9. Mai eine vorsichtige Rückkehr – mit neuem Konzept. Vom bisherigen, entlegeneren Standort auf Randall’s Island zieht die Messe in The Shed, nach Manhattan. Das Format der auf 60 hochkarätige, zumeist einheimische Galerien verschlankten Messe ist sowohl digital als auch real und wird von umfangreichen digitalen Angeboten flankiert. Dazu gehört auch der von der Deutschen Bank und der Frieze initiierte Art:LIVE Broadcast, der exklusive, digitale Begegnungen mit Künstler*innen, Kurator*innen, Sammler*innen und Kreativen ermöglicht. Ein Highlight ist sicher ein Talk mit der Performancekünstlerin Marina Abramović in ihrem New Yorker Loft. Als virtuelle Ausstellung zeigt die Deutsche Bank auf der Frieze eine digitale Version von Ways of Seeing Abstraction, einer Schau mit 168 abstrakten Werken von 47 Künstler*innen aus der Unternehmenssammlung, die noch bis Anfang 2022 im PalaisPopulaire live zu erleben ist. Alles über Sonderausstellungen, Talks, Performances und Kunstpreise erfahren Sie in ArtMag.

Joseph Beuys – Frühe Arbeiten Sammlung Deutsche Bank

Anlässlich des 100. Geburtstags von Joseph Beuys (1921–1986) zeigt das PalaisPopulaire Druckgrafiken, die in Bezug zu Werken der 1950er-Jahre stehen. Die Anfänge der Sammlung Deutsche Bank sind eng mit Joseph Beuys verbunden. In dieser Zeit stand der Kunstler durch persönliche Kontakte, Ausstellungen und Ankäufe in regem Austausch mit der Bank. In den ausgestellten frühen Arbeiten zeichnet sich bereits die Auseinandersetzung mit Landschaft, Natur und dem menschlichen Körper deutlich ab. Die Präsentation im Forum erinnert darüber hinaus an Beuys’ Zeit als Lehrer an der Düsseldorfer Kunstakademie von 1961 bis 1978 mit einer Edition mit seinem Schuler Blinky Palermo (1943–1977). Schließlich verweist eine Auswahl an Multiples, die in Kooperation mit dem ShopPopulaire gezeigt wird, auf Beuys’ Anliegen der Demokratisierung von Kunst.

Joseph Beuys, Elch, 1975

© VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Ways of Seeing Abstraction Karla Knight, Spaceship Note (The Fantastic Universe), 2020

Bereits in ihrer Kindheit war das Übersinnliche für Karla Knight allgegenwärtig – ihr Vater verfasste Bücher zu Themen der außersinnlichen Wahrnehmung wie Okkultismus oder UFOs. Doch noch ein weiterer familiärer Einfluss prägt die enigmatischen Bilder der amerikanischen Künstlerin: die Beobachtung, dass ihr kleiner Sohn bei seinen ersten Schreibversuchen eigene Buchstaben und Wörter erfand. Und so began sie einen ganz eigenen Kunstkosmos zu erschaffen, der sich in seiner Konsequenz der „Outsider Art" annähert. Hier vermischt sie Referenzen an die abstrakte Moderne, an Dadaisten wie Max Ernst und die visionären Entwürfe des Architekten Richard Buckminster Fuller mit Science-Fiction, pseudowissenschaftlichen Diagrammen und fiktiven, altägyptisch anmutenden Schriftzeichen. „Es geht darum, mit dem Unbekannten zu leben." Und so last sich ihr Werk vielleicht am besten intuitive erfassen – als Portal in ein archaisch-futuristisches Paralleluniversum.

Karla Knight, Spaceship Note (The Fantastic Universe), 2020 © Courtesy of Andrew Edlin Gallery, New York

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