• 27.4. – 22.8.2022

    Opera Opera

    Allegro ma non troppo. Contemporary Art from the MAXXI Collection

Mit Opera Opera. Allegro ma non troppo präsentiert das PalaisPopulaire eine ebenso umstrittene wie geliebte Kunstform, die ein elementarer Bestandteil der italienischen Kultur ist. „Oper“ leitet sich vom italienischen Begriff des „Werkes“ ab. Sie befindet sich in ständigem Wandel und inszeniert seit jeher den Prozess des Schaffens, der Arbeit und des Tuns mit Fantasie und Kreativität. In der Oper spiegelt sich das Drama des Lebens wider; in ihr vereinen sich zahlreiche Disziplinen – von der Musik bis zur Poesie, vom Design bis zur Choreografie, von der Malerei bis zum Schauspiel, vom Film bis zur Performance. Die vom MAXXI, dem römischen Nationalmuseum der Künste des 21. Jahrhunderts, konzipierte Schau, an der dreißig Protagonist*innen der internationalen Kunst beteiligt sind, ist eine Hommage an die Oper aus der Perspektive der zeitgenössischen bildenden Kunst und Architektur. Eine breite Auswahl an bedeutenden Kunstwerken aus der Sammlung des MAXXI entfaltet sich vor den Besucher*innen, ähnlich wie die Handlung einer musikalischen Aufführung, die den gesamten Raum ausfüllt und das PalaisPopulaire auf dem Boulevard Unter den Linden in ein Kunstwerk verwandelt.

Opera Opera ist ein offenes Gesamtkunstwerk, ein fruchtbarer Ort für künstlerische und interdisziplinäre Begegnungen, die sich mit dem Theater und der Darstellung des Selbst und der Welt auseinandersetzen. So reflektieren die eingeladenen Künstler*innen über die Inszenierung und Darstellung des Lebens. Sie untersuchen Themen wie den Körper und seine Wahrnehmung, die Performativität der künstlerischen Geste, die räumliche Erfahrung von Klang, das Theater des Alltags oder die Maskierung der Realität.

Um diese Erzählung noch weiter zu führen, wird die Sammlung MAXXI von zwei neuen Auftragsarbeiten flankiert. So öffnet sich ihr festes Gefüge einem produktiven Prozess des Experimentierens und ermöglicht einen aufschlussreichen Dialog der Sammlung mit dem Berliner Gastgeber. Die Sammlung ist somit nicht nur eine Erinnerung, sondern auch eine Inszenierung der Gegenwart. In diesem neuen Narrativ erhalten auch die Ausstellungsräume des PalaisPopulaire neue Namen und Bedeutungen: von Backstage (Galerie 2) über Prelude (Galerie 1) bis hin zu Theatre of the Everyday (Galerie 3) und Stage (Terrasse). In diesen thematischen Kapiteln werden die Aspekte des Theaters wie Inszenierung und Choreografie gezeigt – in Performances, Fotografie- und Videoinstallationen, Architekturmodellen und Archivmaterial.

Opera Opera eröffnet eine Perspektive der europäischen Zusammenarbeit. Der intensive künstlerische Austausch, der die kulturelle Entwicklung Deutschlands und Italiens seit der Grand Tour bereicherte, wird in der Ausstellung im Rahmen einer gemeinsamen Erzählung von Völkern und Nationen geschildert.

Opera Opera ist eine sinnliche Reise, die Besucher*innen in ihre Klangwelten mitnimmt; eine Reise durch kontemplative Dimensionen, eklektische Momente, dynamische und partizipatorische Räume, in denen die Grenzen zwischen Kunst und Leben, zwischen Inszenierung und Realität verschwimmen. In der umfassenden Ausstellung, die Orte und Epochen vereint und eine versöhnliche Neuinterpretation von Kunst und Theater als Instrumente der Wiederbelebung in einer geopolitischen Situation anbietet, die angesichts der Unsicherheiten unserer Zeit umso wichtiger ist. Das Gefühl der rastlosen Ungewissheit spiegelt sich im Untertitel wider: Allegro ma non troppo. Die Tempovorgabe Allegro ma non troppo verweist hier auf die Identität und kulturelle Verbindung von Tragödie und Komödie: Es ist die Tragödie des Lebens und der Gegenwart, die Schwierigkeit, sich der Gegenwart zu stellen und zugleich optimistisch in die Zukunft zu blicken.

Voller Poesie und Kühnheit, Schönheit und Ironie hebt Opera Opera den Vorhang der kollektiven Geschichte und des Alltags, eine Hommage an die Dramen und Freuden des Lebens, allegro, ma non troppo ...

In Kooperation mit MAXXI, Rom

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Künstler*innen

Rosa Barba, Vanessa Beecroft, Justin Bennett, Carlo Benvenuto, Monica Bonvicini, Giorgio Andreotta Calò, Chen Zhen, Enzo Cucchi, Jimmie Durham, Domenico Gnoli, William Kentridge, H.H. Lim, Armin Linke, Living Theatre, Diego Marcon, Fabio Mauri, Liliana Moro, Maurizio Nannucci, Olaf Nicolai, Luigi Ontani, Susan Philipsz, Renzo Piano, Michelangelo Pistoletto, Philippe Rahm, Aldo Rossi, Michele Sacripanti, Marinella Senatore, Grazia Toderi, Vedovamazzei, Francesco Venezia, Luca Vitone, Kara Walker

Bühnenbild: Michelangelo Pistoletto, Quadro di fili elettrici, 1967. Image Courtesy Fondazione Maxxi, Photo: Patrizia Tocci © Michelangelo Pistoletto