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Shilpa Gupta, For, In Your Tongue, I Cannot Fit, 2023
© Shilpa Gupta. Courtesy the artist and neugerriemschneider, Berlin. Photo: Sebastian Bac


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Am 10. Mai 1933 verbrannten in mehr als neunzig Städten Deutschlands 20 000 Bücher, darunter Werke von jüdischen, sozialistischen und liberalen Autorinnen und Autoren - auch unweit des PalaisPopulaire am Bebelplatz (damals Opernplatz). Zerstörungsakte dieser Art hinterlassen tiefgreifende Narben im geistigen Erbe einer Kultur.

In ihrer Installation For, In Your Tongue, I Cannot Fit (2023), erinnert Shilpa Gupta an die Stille von verlorenen Stimmen, die auch weit über den Nationalsozialismus zu unterschiedlichen Zeiten und in vielen Teilen der Erde hinaus wirkte. Vier hölzerne Regale mit hundert goldenen Buchmonolithen tragen die Namen von Lyrikerinnen und Lyrikern, die durch Zensur, Verfolgung oder Exil ihrer Stimme beraubt wurden. Auszüge ihrer Werke sind eingraviert, doch die Leere zwischen den Monolithen verweist auf das, was nie gesagt oder gehört werden konnte. Gupta reflektiert die Zensur als eine zerstörerische Praxis, die die Freiheit des Denkens bedroht. In dieser Leere lebt die Erinnerung an die Bücher, die nie gelesen wurden, und an die Stimmen, die nie erklangen.

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