Zehn Brocken Himalaya-Steinsalz, gewonnen im Punjab in Pakistan, hängen von der Decke. Winzige Wassertropfen fallen von oben, lösen allmählich das Salz, nehmen es mit in die darunter liegenden Schalen, in denen das Salzwasser verdunstet. Von den Salzbrocken bleibt nur eine feine Kruste zurück – die zarte Spur einer Erinnerung an etwas Gewesenes. Der Raum ist dabei erfüllt vom Klang eines Gedichts, das in drei Sprachen rezitiert wird, in Englisch, einer indigenen brasilianischen Sprache, und Lozi, der Sprache der Mutter der Künstlerin, die aus Sambia stammt. Das Gedicht wird vom leisen Geräusch der Tropfen untermalt, wenn diese in die Schalen fallen.
„Close-up“ – „Nahaufnahme“ nennt Anawana Haloba ihre Installation, eine Nahaufnahme des kulturellen Aussterbens. Die Salzbrocken symbolisieren indigene Kulturen, die seit der Kolonialzeit unter Druck stehen und durch die Globalisierung allmählich verschwinden. Können sie gerettet werden? Und wenn nicht, was bedeutet ihr Verschwinden? Salz wird seit Tausenden von Jahren von Menschen zum Haltbarmachen und Würzen von Lebensmitteln verwendet. Salz machte die Menschheit unabhängig von der saisonalen Verfügbarkeit der Nahrungsmittel, es spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Zivilisation. Die Kontrolle über dieses Gut war eng mit Macht verbunden. Haloba fühlt sich deshalb zum Salz hingezogen, aber auch, weil der Schweiß und die Tränen des menschlichen Körpers es enthalten.
Informationen
Anawana Haloba
*1978, Livingstone, Zambia
lives and works in Oslo, Norway
© Courtesy the artist
Installation view PalaisPopulaire 2023, Photo: Mathias Schormann
Audioguide
Zehn Brocken Himalaya-Steinsalz, gewonnen im Punjab in Pakistan, hängen von der Decke. Winzige Wassertropfen fallen von oben, lösen allmählich das Salz, nehmen es mit in die darunter liegenden Schalen, in denen das Salzwasser verdunstet. Von den Salzbrocken bleibt nur eine feine Kruste zurück – die zarte Spur einer Erinnerung an etwas Gewesenes. Der Raum ist dabei erfüllt vom Klang eines Gedichts, das in drei Sprachen rezitiert wird, in Englisch, einer indigenen brasilianischen Sprache, und Lozi, der Sprache der Mutter der Künstlerin, die aus Sambia stammt. Das Gedicht wird vom leisen Geräusch der Tropfen untermalt, wenn diese in die Schalen fallen.
„Close-up“ – „Nahaufnahme“ nennt Anawana Haloba ihre Installation, eine Nahaufnahme des kulturellen Aussterbens. Die Salzbrocken symbolisieren indigene Kulturen, die seit der Kolonialzeit unter Druck stehen und durch die Globalisierung allmählich verschwinden. Können sie gerettet werden? Und wenn nicht, was bedeutet ihr Verschwinden? Salz wird seit Tausenden von Jahren von Menschen zum Haltbarmachen und Würzen von Lebensmitteln verwendet. Salz machte die Menschheit unabhängig von der saisonalen Verfügbarkeit der Nahrungsmittel, es spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Zivilisation. Die Kontrolle über dieses Gut war eng mit Macht verbunden. Haloba fühlt sich deshalb zum Salz hingezogen, aber auch, weil der Schweiß und die Tränen des menschlichen Körpers es enthalten.
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