Die Datierungen auf Gallis Gemälden verweisen oftmals auf deren über Jahre andauernde Entstehungsprozesse. Übermalungen sind eine typische Vorgehensweise im Werk der Künstlerin – sie kehrt oft zu Kompositionen zurück und überarbeitet diese, teils mehrfach. Indem sie die gesamte Dauer des malerischen Prozesses durch rückseitig vermerkte Datierungen dokumentiert, erinnert sie sich selbst an den ursprünglichen Versuch, selbst wenn das Motiv längst nicht mehr existiert und bereits Neues entstanden ist. In der Arbeit Langes Bild (1985–1987) liegen zentriert eine oder gar mehrere amorphe Figuren mit angehobenem Bein in einem Bett. Eine Figur auf der rechten Seite scheint beim Vorgang des Waschens behilflich zu sein. Die Form des ausgestreckten Arms und des Waschlappens wiederholt sich in der Komposition. Das gelbe Feld im Hintergrund gibt den Rahmen für das Geschehen vor. Es verliert sich in der Figur und geht gleichzeitig von ihr aus. Die Bettpfosten suggerieren einen Ort der Intimität und tauchen immer wieder in Gallis Künstlerinnenbüchern auf. In dieser Studie interagierender Figuren deutet sich die Idee des Grotesken, gleichzeitig aber auch des Schamgefühls an, während die darunter liegenden, über Jahre aufgetragenen Farbschichten auf eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit der Malerei verweisen.
Dieses Gemälde ist das früheste Werk in der Ausstellung. Es entstand 1985, als Galli vierzig Jahre alt war und seit über einem Jahrzehnt in West-Berlin arbeitete. Auch wenn Galli früh ihren eigenen malerischen Ausdruck fand, sind doch Einflüsse von Künstler:innen zu erahnen, mit denen sie zusammenarbeitete, darunter Rainer Küchenmeister, Walter Stöhrer, der Bildhauer Rolf Szymanski, ihr Lehrer Martin Engelmann und ihr Kollege und damals enger Freund Max Neumann. Das Gemälde war Teil einer großformatigen Malerei, die Galli drei Jahre zuvor begonnen hatte. Die Linienführung in Langes Bild deutet möglicherweise auf den Einfluss Küchenmeisters hin, dessen Aquarelle, darunter 11.11.65 P (1965), Farbfelder anordneten, die sich nicht durch figurale Linien eindämmen ließen.
Informationen
GALLI
© Courtesy die Künstlerin und Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin
Die Datierungen auf Gallis Gemälden verweisen oftmals auf deren über Jahre andauernde Entstehungsprozesse. Übermalungen sind eine typische Vorgehensweise im Werk der Künstlerin – sie kehrt oft zu Kompositionen zurück und überarbeitet diese, teils mehrfach. Indem sie die gesamte Dauer des malerischen Prozesses durch rückseitig vermerkte Datierungen dokumentiert, erinnert sie sich selbst an den ursprünglichen Versuch, selbst wenn das Motiv längst nicht mehr existiert und bereits Neues entstanden ist. In der Arbeit Langes Bild (1985–1987) liegen zentriert eine oder gar mehrere amorphe Figuren mit angehobenem Bein in einem Bett. Eine Figur auf der rechten Seite scheint beim Vorgang des Waschens behilflich zu sein. Die Form des ausgestreckten Arms und des Waschlappens wiederholt sich in der Komposition. Das gelbe Feld im Hintergrund gibt den Rahmen für das Geschehen vor. Es verliert sich in der Figur und geht gleichzeitig von ihr aus. Die Bettpfosten suggerieren einen Ort der Intimität und tauchen immer wieder in Gallis Künstlerinnenbüchern auf. In dieser Studie interagierender Figuren deutet sich die Idee des Grotesken, gleichzeitig aber auch des Schamgefühls an, während die darunter liegenden, über Jahre aufgetragenen Farbschichten auf eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit der Malerei verweisen.
Dieses Gemälde ist das früheste Werk in der Ausstellung. Es entstand 1985, als Galli vierzig Jahre alt war und seit über einem Jahrzehnt in West-Berlin arbeitete. Auch wenn Galli früh ihren eigenen malerischen Ausdruck fand, sind doch Einflüsse von Künstler:innen zu erahnen, mit denen sie zusammenarbeitete, darunter Rainer Küchenmeister, Walter Stöhrer, der Bildhauer Rolf Szymanski, ihr Lehrer Martin Engelmann und ihr Kollege und damals enger Freund Max Neumann. Das Gemälde war Teil einer großformatigen Malerei, die Galli drei Jahre zuvor begonnen hatte. Die Linienführung in Langes Bild deutet möglicherweise auf den Einfluss Küchenmeisters hin, dessen Aquarelle, darunter 11.11.65 P (1965), Farbfelder anordneten, die sich nicht durch figurale Linien eindämmen ließen.
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Ohne Titel, 2011–2015, Juli 2013
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Index Cards, 2000–06
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