Hier wohnt der Schweinepeitschenwurm, 2004–2014

GALLI

Informationen

Standort Galerie 1
Künstlerin

GALLI

Titel Hier wohnt der Schweinepeitschenwurm, 2004–14
Technik Acryl, Dispersion auf Leinwand
Copyright

© Courtesy die Künstlerin und Kraupa-Tuskany Zeidler, Berlin

Kunstwerk Nr. AW105

Hier wohnt der Schweinepeitschenwurm (2004–2014) ist eine zweiteilige Arbeit, die zwischen 2004 und 2014 entstand. Wie viele Übermalungen innerhalb dieses Jahrzehntes stattgefunden haben, kann die Künstlerin selbst nicht mehr nachvollziehen. Eine typische Vorgehensweise für Galli, die ein eigenes Feld innerhalb ihres Werkes darstellt. Eine Zeitlang stehen Arbeiten im Atelier, vermeintlich beendet, bis die Künstlerin sie sich erneut vorknöpft. Plötzlich entsteht etwas vollkommen Neues. Die mit weißer Kontur und comicartigem Gestus auf die Leinwand gebrachten Pilze verweisen auf die Erweiterung des sich dahinter befindlichen Hauses. Malerisch noch nicht eindeutig werden Wohn- und Schutzraum zur Pilzbehausung formiert und Assoziationen zu Märchen freigelegt. In dieser späteren Phase greift Galli auf eine schrille Farbigkeit zurück, je dissonanter sich die Farben zueinander verhalten, desto reizvoller sind sie für sie. Fragmentarische Körperfiguren werden durch erkennbare Dinge der äußeren Wirklichkeit ersetzt. Pilze, Tassen, Häuser, Bäume, Kannen treten in Erscheinung, werden malerisch genüsslich verzerrt und vereinzelt zum Leben erweckt. Trotz der neuen Bildlichkeit und Formsprache bleibt der Körper ihr zentrales Thema. Sein ambivalentes Bild als Behausung und Schutzraum, aber auch als Begrenzung und Gefängnis steht nach wie vor im Vordergrund, präsentiert sich in dieser Phase jedoch in anderer Erscheinungsform. Ungewöhnlich erscheint der zweite Teil der Arbeit, der in seiner verspielten Farbigkeit und der repetitiven, fast ins Abstrakte tendierenden Figuration entfernt an manch Warhol’schen Blumendruck oder die poppig-bunte Malerei Manfred Kuttners denken lässt. Durch eine Folge immer wiederkehrender Brüche und Widerstände gelingt der Künstlerin letztlich eine ästhetische Balance. Unermüdlich vereint Galli das scheinbar Unvereinbare. (Annabell Burger)

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