Etwas Fragiles, existenziell Menschliches Der saudi-arabische Arzt und Künstler Ahmed Mater vereint in seiner Serie Illumination konzeptionelles Denken, Glauben und Wissenschaft. Inspiriert von traditioneller islamischer Manuskriptkunst, verwendet er ebenso Kalligrafie und traditionelle Materialien wie Blattgold, Tee, Granatapfel oder Kaffee wie Röntgenaufnahmen des menschlichen Körpers, um eine einzigartige Intimität zu erzeugen. Sajda Illumination bezieht sich auf das spirituelle Licht und die tiefe Verbindung, die im Islam durch Sajda (Niederwerfung) und Gebet erreicht wird. Mater legt Gebete, Koranverse und magische Formeln wie zum Schutz über Röntgenbilder von Skeletten, die, befreit von jeder Repräsentation, etwas Fragiles, existenziell Menschliches verkörpern.
Material aus dem Krankenhaus Einige seiner frühesten Werke – wie die mittlerweile ikonische Serie von Röntgenbildern, in der sich eine Figur, die eine Waffe auf ihren Kopf richtet, in eine Zapfsäule verwandelt (Evolution of Man, 2010) – entstanden teilweise aus Material, das er im Krankenhaus vorfand, einfach weil adäquate Mittel für die Kunstproduktion für ihn kaum zu finden waren. Heute gehört Mater, der in internationalen Museen wie dem Institut du Monde Arabe in Paris oder dem Londoner Victoria & Albert Museum ausstellte und auf der Biennale von Venedig 2009 und 2011 vertreten war, zu den einflussreichsten Künstlern Saudi-Arabiens. Sein Studio, das in JAX, dem neuen Kulturviertel außerhalb von Riad, angesiedelt ist, bringt verschiedene Kreative zusammen: Grafikdesigner*innen, Musiker*innen, Künstler*innen und Besucher*innen , die auf der Durchreise sind, in Projekten zusammenarbeiten und sich austauschen wollen.
Kunst und Wissenschaft Maters Interesse an der Wissenschaft spiegelt auch die besondere Stellung des wissenschaftlichen Denkens im arabischen und islamischen Kontext wider, wo es historisch eng mit der Philosophie und der Dichtung verbunden war. Die Persönlichkeit Ibn al-Haytham aus dem 10. Jahrhundert beispielsweise gilt sowohl als Vater der Optik als auch als Dichter und Theologe. Maters Wiederbelebung dieser Rolle zeugt sowohl von seiner künstlerischen Freiheit als auch von seinem Engagement für eine eigenständige arabische und islamische Gegenwartskunst.
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Etwas Fragiles, existenziell Menschliches
Der saudi-arabische Arzt und Künstler Ahmed Mater vereint in seiner Serie Illumination konzeptionelles Denken, Glauben und Wissenschaft. Inspiriert von traditioneller islamischer Manuskriptkunst, verwendet er ebenso Kalligrafie und traditionelle Materialien wie Blattgold, Tee, Granatapfel oder Kaffee wie Röntgenaufnahmen des menschlichen Körpers, um eine einzigartige Intimität zu erzeugen. Sajda Illumination bezieht sich auf das spirituelle Licht und die tiefe Verbindung, die im Islam durch Sajda (Niederwerfung) und Gebet erreicht wird. Mater legt Gebete, Koranverse und magische Formeln wie zum Schutz über Röntgenbilder von Skeletten, die, befreit von jeder Repräsentation, etwas Fragiles, existenziell Menschliches verkörpern.
Material aus dem Krankenhaus
Einige seiner frühesten Werke – wie die mittlerweile ikonische Serie von Röntgenbildern, in der sich eine Figur, die eine Waffe auf ihren Kopf richtet, in eine Zapfsäule verwandelt (Evolution of Man, 2010) – entstanden teilweise aus Material, das er im Krankenhaus vorfand, einfach weil adäquate Mittel für die Kunstproduktion für ihn kaum zu finden waren. Heute gehört Mater, der in internationalen Museen wie dem Institut du Monde Arabe in Paris oder dem Londoner Victoria & Albert Museum ausstellte und auf der Biennale von Venedig 2009 und 2011 vertreten war, zu den einflussreichsten Künstlern Saudi-Arabiens. Sein Studio, das in JAX, dem neuen Kulturviertel außerhalb von Riad, angesiedelt ist, bringt verschiedene Kreative zusammen: Grafikdesigner*innen, Musiker*innen, Künstler*innen und Besucher*innen , die auf der Durchreise sind, in Projekten zusammenarbeiten und sich austauschen wollen.
Kunst und Wissenschaft
Maters Interesse an der Wissenschaft spiegelt auch die besondere Stellung des wissenschaftlichen Denkens im arabischen und islamischen Kontext wider, wo es historisch eng mit der Philosophie und der Dichtung verbunden war. Die Persönlichkeit Ibn al-Haytham aus dem 10. Jahrhundert beispielsweise gilt sowohl als Vater der Optik als auch als Dichter und Theologe. Maters Wiederbelebung dieser Rolle zeugt sowohl von seiner künstlerischen Freiheit als auch von seinem Engagement für eine eigenständige arabische und islamische Gegenwartskunst.
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Hinweis: Die Audiotranskription ist von einer KI eingesprochen.
Ahmed Mater, Sajdah Illumination, 2011
Blattgold, Tee, Granatapfel und Tusche auf Papier
© Ahmed Mater
Written Art Collection
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